Gangnam Style Popkultur Korea

Popkultur in Korea | Kulturschleifen

Was zählt alles in die Popkultur eines Landes? Musik natürlich, aber auch das tägliche Fernsehunterhaltungsprogramm, Serien und Filme, Mode und Lifestyle… So unglaublich viel, dass es unmöglich ist, die (Pop-) Kultur eines Landes wirklich umfassend zu beschreiben. Im fünften und letzten Teil unserer Kulturschleifen – Korea wagen wir einen Versuch, Einblicke in die Popkultur zu geben, bevor wir uns von Südkorea verabschieden und auf eine neue Reise gehen.

Auch wenn die Popkultur allein nie die Kultur eines Landes repräsentieren wird, mit all ihren Facetten, Traditionen, der Geschichte, der Mentalität der Menschen, so zeigt sie dennoch einen Teil davon, was ein Land ausmacht. Oftmals ist die Popkultur – ob Serien, Filme, Lifestyle oder Musik – auch der erste Berührungspunkt mit einer neuen Kultur, die neugierig macht auf das Land und die Menschen und die mitunter auch dazu führen kann, dass sich das anfängliche Interesse in eine Leidenschaft entwickelt und mitunter sogar Berufswünsche, Hobbys und sogar das ganze Leben beeinflusst. Oder es bringt einfach frischen Wind in den eigenen Musikgeschmack und einen kulinarischen Ausflug in ein neues Restaurant. So oder so, die Popkultur sollte nicht als reines Marketingobjekt angesehen werden, denn die Popkultur wird in erster Linie ja nicht für internationale Konsumenten produziert – sondern für die eigenen Leute.

Da kann es schon mal passieren, dass wir uns über die – in unserem Sinne – viel zu übertriebene Dramatik, unnatürliche Handlungsabläufe, zu knallige Kostüme und poppige Beats wundern und vielleicht auch mal die Stirn runzeln, aber auch hier gilt: Das alles ist immer nur die Spitze des Eisbergs. Es gibt so viele Künstler, Filme, Serien und andere Medien, als dass wir sie alle konsumieren und uns das „wirkliche“ Bild einer Kultur machen könnten.

Und hiermit sind wir auch schon mittendrin im letzten Teil unserer Kulturschleifen – Korea, der sich, wie der Titel es Einleitung bereits vermuten lässt, um die Popkultur des Landes dreht.

Die perfekte Welle – die Korean Wave Hallyu 

Der ein oder andere wird sich vielleicht noch daran erinnern: Wir schreiben das Jahr 2012, es ist Juli und in einem knapp vierminütigen Musikvideo tanzt ein Mann mit Sonnenbrille in einem Pferdestall zu einem peppigen Beat; an andere Stelle steht ein weiterer Kerl in einem Aufzug über ihm und lässt die Hüften kreisen. Es gibt eine Explosion, eine Tanzchoreografie mit einer Menge Statisten und so richtig verstehen, was eigentlich los ist, können es wohl die wenigsten nicht-koreanischen Zuschauer. Aber ein Schlagwort sticht heraus – gleichzeitig der Titel des Liedes, der die Welt aufmerksam machen sollte auf ein Musikgenre, das zuvor viele wohl noch nicht kannten: Gangnam Style.

Wer konnte damals ahnen, dass mit diesem Musikvideo eine Welle anbrechen sollte, die als Hallyu – Korean Wave, bekannt werden sollte, und sich nicht nur auf Musik begrenzen, sondern alle möglichen Popkultursparten Südkoreas in die weite Welt bringen sollte.

Es ist nicht so, dass die westliche Welt außerhalb Asiens noch nie mit der koreanischen Popkultur, beispielweise mit der Popmusik – Korean Popular Music, kurz K-Pop – in Berührung gekommen ist. Durch das Internet und YouTube war es internationalen Fans schon seit mehreren Jahren möglich, ihren Musikhorizont in den Fernen Osten zu erweitern. Es gab auch schon globale Konzerttouren, jedoch blieben die meisten Shows im asiatischen Raum rund um Südkorea. Der Markt, die Nachfrage im Westen war einfach noch nicht da, bzw. noch nicht profitable.

Für die meisten wird Korea wohl nur ein Land auf der Weltkarte gewesen sein, in weiter Ferne in Asien, in der Nähe von Japan und innerlich gespalten in zwei Nationen. Auch wenn es dennoch bereits internationale Fans gegeben hat, so katapultierte Gangnam Style im Sommer 2012 die südkoreanische Musikszene in das Sichtfeld und machte mit seiner Skurrilität auf sich aufmerksam. Die Sprache so unbekannt, die Tanzchoreografie so merkwürdig, die Farben so bunt, der Beat so catchy. Das wird wohl den ein oder anderen neugierig gemacht haben, was die Musik aus Südkorea sonst noch so zu bieten hat.

Von Korea in die Welt – K-Pop

Es sind bereits fast zehn Jahre seit berüchtigten Gangnam Style Video vergangen, und tatsächlich hat es die Musik bis in die internationalen Charts gebracht. Global touren viele Musikgruppen nun auch in Länder außerhalb Asiens, kommen nach Frankreich, Deutschland und in die USA. Namen wie, BTS, Blackpink und SHINee haben es auch in ein oder andere Playlist vieler geschafft, die vor 2012 noch keinen blassen Schimmer von K-Pop hatten.

K-Pop entstand Anfang der 90er Jahren. Besonders geprägt hat dieses neue Genre damals die Gruppe Seo Taiji and Boys, die westliche Musikrichtungen wie Rap, Techno und Rock in ihre Songs einfließen ließen. Sie gab Anstoß für viele weitere Künstler, die K-Pop zu dem machten, was es heute ist: Stark inszenierte Musikvideos mit ausgeklügelten Tanzchoreografien und hübschen Menschen. Natürlich gibt es auch innerhalb des Genre K-Pop Unterkategorien, und K-Rap und -Hip Hop, die für jeden Musikgeschmack etwas zu bieten haben.

Musiklabels suchen Talente bereits im frühen Alter, und manche Künstler haben bereits jahrelange Vorbereitungen durchlebt, bevor sie ihr Debüt feiern können. Sie sind sogenannte Trainees, und arbeiten bis zur Erschöpfung daran im harten Kampf für eine mögliche Karriere gegen viele, viele andere Trainees von anderen Musiklabels anzukommen und es zu etwas zu bringen. Die Konkurrenz ist hart, das Training schwer; Tanzen, Singen, Rappen und harte körperliche Anstrengung trennt wohl die Spreu vom Weizen, aber gesund ist es ganz bestimmt nicht. Der Druck ist massiv – selbst wenn man es tatsächlich geschafft und das Debüt in der Tasche hat.

Besonders beliebt sind Boy- und Girlgroups, es gibt auch viele Solokünstler. In den vergangenen Jahren haben sich auch ein paar gemischte Gruppen etabliert, aber da Dating für Idols nicht wirklich eine gute Idee ist – Fans könnten negativ darauf reagieren und oft wird es auch von den Musiklabels vertraglich verboten – wird es wohl als sicherer betrachtet, Jungs und Mädels erst gar nicht dauerhaft zusammenzubringen.

In Südkoreas Großstädten, aber auch in manchen anderen Metropolen dieser Welt – auch im Westen – sind häufig die Gesichter von Musikstars und Boy- bzw. Girlgroups zu sehen, denn Fans legen alles daran, ihre Idole von allen möglichen Oberflächen lächeln zu lassen – sei es auf Zügen, Werbetafeln, LED-Anzeigen an Hochhäusern. Zu Anlässen wie dem „Geburtstag“ der Gruppen (also ihrem Debütjubiläum), Solodebüts und natürlich den Geburtstagen einzelner Künstler, werden Banner und Billboards in Straßenbahnstationen, an Kaufhäusern, an Bushaltestellen und vielen anderen Orten gemietet, um ihren Lieblingskünstler zu feiern.

Geburtstage und Debütjubiläen werden auch als Anlass genommen, Fancafés in Leben zu rufen. Das sind eigentlich ganz normale, meist kleine Hole-In-The-Wall Cafes, die von Fans für ein paar Tage rund um das zu zelebrierende Datum in ein wahres Fanparadies verwandelt werden, mit viel, viel Deko und Bildern. Photobanner, spezielle Getränke und Snacks, und zu jedem Kauf gibt es ein bisschen Merchandise, meist kleine rechteckige Fotokarten, Kaffeebecher (bzw. Kaffeebecher-Hüllen, die normalerweise dabei helfen sollen, sich die Finger nicht am heißen Becher zu verbrennen) und viele weitere Gimmicks – natürlich stets mit den Gesichtern ihrer Lieblingskünstler drauf. Für die einen schier unvorstellbar, für andere pures Fangirl-Glück!

Was ist es, dass die Musik beliebt macht? Warum hört man Musik, deren Text man wohl größtenteils nicht versteht und was ist so interessant dabei, anderen dabei zusehen, wie sie in schimmernden Outfits rasante Tanzschritte vollziehen?

Musik hat eigentlich keine Sprache. Fans beispielsweise von klassischer Musik oder von Opern werden das wohl bestätigen können. In Ländern, die auf vielen Sendern vor allem englische Musik spielen, in denen Englisch allerdings nicht Landessprache ist, wachsen Kinder mit Musik auf, die sie bis zu einem bestimmten Alter nicht verstehen. Französische Balladen und italienische Songs sind ebenso beliebt, wie amerikanische Herzschmerz-Vertreiber und englische Gutelaune-Hits. Die Melodie von Liedern, die Stimmen der Performer sind es, was den Zuhörenden erst in den Bann zieht. Ob Englisch, Koreanisch oder jede andere Sprache – die Welt ist ein Dorf und sie steht uns zur Erkundung stets offen.

Es gibt zur koreanischen Musik noch so vieles zu sagen, doch besteht die Popkultur nicht allein aus der Musik des Landes. Weiter geht’s mit einem Medium, das in den letzten Jahren auch dank weltweit agierender Streamingdienste ebenfalls an Popularität gewonnen hat: K-Dramas.

Dramatik pur oder Nextlevel Storytelling? – K-Dramas

Nicht erst seit den Oscars 2020, bei denen der Spielfilm „Parasite“ die Trophäe für Best Picture mit nach Hause nahm, sind koreanische Film- und Serienproduktionen (K-Horror) durchaus beliebt. Zu Beginn der 2000 kamen vor allem viele Horrorfilme aus dem Land in den Westen (bspw. „A Tale of Two Sisters“), „Train To Busan“ (2016) ist da ein aktuelleres Beispiel. Auch zahlreiche koreanische Webtoons wurden Mitte der 2010er Jahre verfilmt. Wenn es in Geschichten übernatürlich zu geht, werden auch gerne traditionelle koreanische Geister (Gwisin) oder Sagenwesen (bspw. Gumihos) eingebracht. Aber auch aktuelle gesellschaftliche Themen sind gerne Thema von Filmen und Serien; soziale Ungerechtigkeiten, Missstände und dunkle Ecken der menschlichen Psyche geben wirklich so einiges her. Humor und Romantik sind ebenso beliebt und an Dramatik fehlt es nicht selten. Koreanische Filme halten sich nicht zurück, Emotionen, aber auch Gewalt, in Bilder zu fassen. Aktuell zählt übrigens die koreanische Serie „Squid Gameauf Netflix weltweit zu einer der erfolgreichsten Produktionen des Streamingdienstes.

Wie in so vielen anderen Ländern der Welt, verwendet Südkorea den Film bzw. die Serie auch, um Geschichte und historische Epochen zu beleben. Ob es nun um wahre Ereignisse geht, wie beispielsweise den Aufstieg einer mongolischen Frau zur Herrscherin der Yuan-Dynastie des chinesischen Reichs („Empress Ki“) oder semifiktive Handlung mit historischem Bezug zum Zeitraum vor der japanischen Kolonialzeit Anfang des 20. Jahrhunderts (z.B. die Serie „Mr. Sunshine“).

Koreanische Serien, kurz K-Dramas, sind eigentlich wie ein sehr, sehr langer Film. Nun, ist das nicht eigentlich jede Serie? Nein, denn viele Serien aus dem Westen erzählen Geschichten auf eine andere Art und Weise – vor allem, wenn es mehrere Staffeln sind. Bei einer Länge von 45 bis 90 Minuten sind die meisten Episoden eines K-Dramas nicht unbedingt viel länger als die der westlichen Serien, aber oftmals gibt es nicht mehr als eine Staffel. Nicht, weil das Drama nicht erfolgreich war, sondern, weil die Handlung binnen ungefähr 25 Folgen oder weniger abgeschlossen ist. Dabei gelten K-Dramas als qualitativ sehr hochwertig; besonders Produktionen seit den 2010er Jahren setzen sich kameratechnisch schön in Szene. Hinzu kommt die musikalische Untermalung.

Die OSTs – Original Soundtracks – der Serien werden häufig von bekannten Musikgruppen beigesteuert, und können bald darauf auch in Musikgeschäften erworben werden. Die Drehorte der Dramen und Filme sind dazu noch beliebte Ausflugsziele für Fans.

Drehorte des K-Dramas „Goblin“ (2016)

Nicht selten schaffen es auch Schauspieler, an einen idolähnlichen Status heranzukommen, wenn ihre Serie sehr beliebt ist – und dann tauchen ihre Gesichter bald in einigen anderen Produktionen auf. Äußerst beliebt sind auch die sogenannten Idol Dramas, in denen – wie der Name verrät – Idols als Schauspieler mitwirken; denn es ist ebenfalls keine Seltenheit, das Sänger*innen neben ihrer musikalischen Karriere Menschen noch anderweitig beeindrucken können.

Berieselung aus dem Flimmerkasten

Auch das koreanische Unterhaltungsfernsehen hat es bis zu uns geschafft – wenn auch nur in Form von Sendungskonzepten. So ist „The Masked Singer“ eine Show, die ihren Ursprung in Südkorea hat und heute weltweit, ob in USA, England oder auch Deutschland (bereits bald mit der fünften Staffel), produziert wird. Ein weiteres Programmkonzept aus dem südostasiatischen Land, das wir hier im Westen übernommen haben, ist eine weitere Musikshow: „I can see your voice“. Mit sowas scheinen sich die Südkoreaner echt gut auszukennen, bei all den Boy- und Girlgroups, die es dort gibt.

Das Unterhaltungsprogramm im koreanischen Fernsehen besteht aber natürlich nicht nur aus Musik; alle möglichen Interessen werden vertreten. Besonders beliebt sind Varietéshows, die mit einer ganzen Bandbreite an witzigen Konzepten aufwarten. Die Talkmaster oder auch Master of Ceremony (kurz MC oder emcee) der jeweiligen Shows sind dabei nicht ganz unwichtig, denn oftmals ist es ihr Bekanntheitsgrad, ihr Humor und Persönlichkeit, die Leute erstmal dazu bringt, überhaupt einzuschalten. Drei bekannte und interessante Beispiele für unterhaltsame Shows wären hier „Running Man“, „The Return of Superman“ und „Knowing Bros“.

Auch viele koreanische Stars und Sternchen geben sich in diesen Shows die Ehre. Manche nutzen die Gelegenheit, um ihren Bekanntheitsgrad zu steigern, wie z. B. Spitzensportler, Musikgruppen promoten ihr neues Album oder Schaupieler*innen ihre neue Serie bzw. neuen Film. In manchen Fällen sind solche Berühmtheiten aber auch fester Teil der immer wiederkehrenden Besetzung bzw. auch Hosts einer Show – wie bspw. bei „Knowing Bros“. Zwei der Hosts sind Sänger, einer davon in einer sehr bekannten Boygroup, die seit bereits mehr als 15 Jahren existiert, und ein weiterer ist ein (wenn auch nicht mehr aktiver) bekannter Basketballspieler.  

Über Humor lässt sich ja bekanntlich streiten, daher überlasse ich es Euch, lieben Lesern, selbst einen Blick auf die Varietéshows, die Südkorea so zu bieten hat. Gleiches gilt natürlich für die Serien, Filme und auch die Musik.

Übrigens: Schauspieler und Musiker werden häufig auch in der Werbung eingesetzt, wie bei Beautyprodukten oder technischen Geräten; die Boygroup BTS beispielsweise präsentierte schon mehrmals für Samsung ihre neuen Smartphones und war auch in Werbespots für Massagesessel zu sehen – oder eine Bank. Wer natürlich nicht weiß, dass das auf den Reklametafeln von Pepsi ein Promi ist, sieht natürlich nur ein lächelndes Gesicht… und Pepsi.

Nenn‘ es nicht Comic – Manhwa

Auch wenn dies die Übersetzung für den Begriff Manhwa ist, so unterscheiden sich die koreanischen Comics allein durch den Stil und der Art des Storytellings. So unterschiedlich bspw. amerikanische und koreanische Serien sind, was Dramatik, behandelte soziale und historische Themen, Emotionen und musikalische Untermalung anbelangt, so unterschiedlich werden auch Emotionen und Geschichten und den Zeichnungen wiedergegeben.

Es ist so, als wollte man den französischen Asterix-Comic mit Superman vergleichen. Es gibt so viele Unterschiede, aber eine Erklärung ist dennoch schwierig, auch weil es hier ebenfalls viele Genre gibt.

Der Begriff Manhwa kommt, wie auch der japanische Begriff Manga, von dem chinesischen Wort Manhua, und umfasst die Darstellung von Comics sowie Graphic Novels. Heute werden diese drei Begriffe für die jeweiligen Comics der einzelnen Länder verwendet. Dabei sind koreanische Manhwas allerdings die einzigen der drei, die – wie im Westen – von links nach rechts gelesen werden. Japanische und chinesische Comics werden von rechts nach links gelesen. Im Vergleich zum Manga sind Manhwas zu dem größtenteils in Farbe.

In den vergangenen Jahren hat sich neben den bekannten Manhwa auch der Begriff Webtoon popularisiert – Comics im Internet. In diesem digitalen Format werden durch vertikales Herunterscrollen Geschichten in einer anderen Dynamik erzählt als Gedrucktes. Dieses Scrollen wird sogar oftmals dazu verwendet, Überraschungsmomente zu erzeugen, die auf Papierseiten nicht möglich wären. Außerdem kann eine Geschichte so fast fließend erzählt werden, es schafft eine ganz andere Stimmung, es gibt keinen Platzmangel und das Geschehen kann in aller Ruhe, Mimik für Mimik veranschaulicht werden.

Der ein oder andeer Manhwa hat auch bereits eine Serienadaption bekommen; ein bekanntes Beispiel hier ist „True Beauty“, desses K-Drama 2020 sehr beliebt war.

Schöne heile Welt – K-Beauty

Die koreanische Mode – K-Fashion – haben wir ja bereits angesprochen, aber zur Popkultur des Landes gehören neben der Kleidung weitaus mehr – das ganze Erscheinungsbild. Make-Up und Hautpflege hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wahren Exportschlager entwickelt: K-Beauty. Reine, helle Haut, große, strahlende Augen, alles rank und schlank. Die Schönheitsideale des Landes scheinen manchmal nicht viel Platz für Individualität oder Makel zu lassen. Es ist scheinbar tief in der Mentalität und der Gesellschaft verankert. So tief, dass es auch Thema vieler Manhwa, und Serien ist, und zumindest eine wichtige Rolle spielt. Schönheitsoperationen, bereits als Teenager, sind keine Seltenheit. Diäten, die sich nicht wirklich gesund anhören, sind genauso Gang und gebe.

Nichtsdestotrotz gehört ein gesundes und hübsches Aussehen wohl für die meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen fest zu ihrem Alltag, und fließen dahingehend auch in die Popkultur, die dieses Thema in Medienproduktionen wie Serien und Manhwa verpackt, und einen komplett neuen Markt erschaffen hat. Wer hätte vor 20 Jahren denn schon gedacht, dass wir uns heute Cremes und Gesichtsmasken aus Korea importieren würden? Und da geben auch oft Stars vor, was in Sachen Mode und Stil gerade in ist.

Tatsächlich ist das Aussehen auch bei den Idolen ausschlaggebend für ihren Erfolg. Es ist eine der dunklen Seiten des Showbusiness, aber es kommt leider nur allzu häufig vor, dass ein angehender Sänger oder eine Sängerin heftige Kritik wegen seinem bzw. ihrem Aussehen oder Gewicht einstecken müssen; manchmal bleibt ihnen sogar dadurch die Chance verwehrt, überhaupt unter Vertrag genommen zu werden. Es gibt zwar Beispiele von Stars, die trotz dieser Kritik oder eben durch ihr einzigartiges Aussehen berühmt geworden sind, dennoch ist es ein offenes Geheimnis, dass das Showbusiness ein hartes, hartes Pflaster ist… Und das hat nicht nur einmal seine Opfer gefordert.

안녕히 가세요 – Annyeonghi gaseyo – Auf Wiedersehen

Hiermit beenden wir unsere erste Reise nach Ostasien. Wir haben viel über den Alltag des südkoreanischen Volkes erfahren, labten uns an ihrem Essen und sind in ihr Trachten geschlüpft, haben mit ihnen Feiertage zelebriert und lernten zu guter Letzt die modernere Seite ihrer Kultur kennen. Aber unsere Weltreise ist natürlich noch nicht angeschlossen! Unsere Kulturschleifen ziehen weiter, diesmal weit, weit in den Westen in die USA nach Atlanta. Wir freuen uns darauf, euch in unserem imaginären Flieger begrüßen zu dürfen!



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